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Jugendcamp »Find your World«

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Hat die Weltethos-Idee eine Chance?


 

Igor (Christ)

»Ich finde, es gibt überhaupt keine Alternative zum Weltethos, denn genauso, wie im Camp, leben wir ja auch in einer Welt zusammen, aus der wir nicht rauskommen. In Jerusalem stehen Grabeskirche, Al-Aksa-Moschee und Tempelberg. Es gibt keinen anderen Ausweg aus dieser Situation, als dass man miteinander redet. Das Wichtigste ist, dass man es gewaltlos tut.
Für mich war dieses Camp eine ganz wichtige Erfahrung. Wir haben Anfangsschwierigkeiten gehabt, wir haben Vorurteile gehabt. Aber es ist uns trotzdem gelungen eine gemeinsame Basis zu finden. So ein Camp muss quasi die Urzelle sein für ein Weltethos, denn ich glaube, der Islam wird seinen Heiligen Krieg nicht gewinnen, das Christentum wird mit seinem Missions- und Taufbefehl nicht durchkommen und das Judentum steht im Moment auch nicht im Verdacht, die Weltherrschaft zu übernehmen.
Also ich glaube, wir müssen uns gemeinsam einrichten in der einen Welt, die wir haben. Und zwar jetzt.«


Hella (Jüdin)
»Ich sehe einen großen Unterschied zwischen Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Solange jede Religion auf ihrer eigenen Wahrheit beharrt, wird es natürlich keine Chance für ein Weltethos geben.
Sobald aber jeder einzelne seine Religion wahrhaftig vertritt und diese Wahrhaftigkeit dem anderen vermitteln kann, denke ich, dass es sehr wohl eine Chance für das Weltethos gibt, und ich sehe auch eine ganz große Notwendigkeit dafür.«

Dilek (Muslima)
»Ich will an dieser Weltethos-Idee festhalten, weil ich wirklich denke, es muss etwas geben, was die Religionen zusammen bringt, näher bringt, über das man diskutieren kann, wozu man sich an einen Tisch setzt und miteinander spricht.«

Thorsten (Christ)
»Beim Weltethos muss man unterscheiden, dass es ja nicht darum geht aus den Religionen eine Einheitsreligion zu machen, sondern dass es ja eigentlich darum geht, dass sich die Religionen untereinander verständigen, dass sie in Dialog treten.
Das haben wir hier im Camp eindrücklich erlebt, beim Tischgebet. Man hat nicht beim Frühstück das jüdische, beim Mittagessen das christliche und beim Abendessen das muslimische Gebet gesprochen, sondern jeder hat bei jeder Mahlzeit sein Gebet gesprochen und die anderen haben das respektiert. Das ist für mich Weltethos.«

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