Die Organisatoren
»Issy von der jüdischen Gruppe platzte morgens beim Frühstück rein und rief, dass es in ihrer Hütte brenne. Wir haben natürlich alles stehen und liegen gelassen und sind ab in die jüdische Hütte, wo schon viel Rauch austrat. Einer von uns rief die Feuerwehr, die aber über eine Stunde zu uns brauchen würde; wir waren ja auf 1600 Metern Höhe auf einer steilen Alm. Also war sofort klar, dass wir selbst löschen mussten. Wir organisierten eine Wasserkette, ein paar Leute trugen die Koffer etc. raus, zwei Jungs schlugen mit Äxten die Wand auf, hinter der der Schwelbrand war. Mit Feuerlöschern und Wasser haben wir den Brand dann gelöscht. Später kam noch die Feuerwehr. Das waren nette Kerle so im Alter von 16 Jahren, die mit ihren großen Blechhelmen auf dem Kopf vor der Hütte standen und nicht so recht wussten, was sie tun sollten ...«
David (Jude)
»Ich schlief nichts ahnend in meinem Bett. Plötzlich wurde ich wach, weil Genrich rief: »Es brennt!«. Es war gerade 10 Uhr morgens und ich dachte, dass Genrich mal wieder einen seiner Scherze machte. Aber dann kam Issy und bestätigte mir den Brand. Es waren keine Flammen zu sehen, nur Rauch. Ich packte meine Sachen und lief nach draußen. Ich sah die Organisatoren, die mit den Löscharbeiten anfingen. Wir bekamen das Feuer schnell in den Griff.
Man muss dazu sagen, dass wir gerade unseren Ruhetag, den Schabbat, hatten. Am Schabbat ist es Juden verboten ein Feuer oder Licht anzumachen und ebenso eines zu löschen. Aber wir halfen dennoch bei den Löscharbeiten, weil wir nicht so extrem religiös sind.«
