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Jugendcamp »Find your World«

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Zur Vorbereitung:
Leben nach Religionen getrennt

  
 
Zunächst verbrachten die Jugendlichen eine Woche in einer Hütte innerhalb ihrer eigenen Religionsgruppe, um sich kennen zu lernen und ein »gemeinsames Selbstbild« zu finden.
Stimmen dazu:


 
Die Organisatoren
»Menschen, die nicht klar zu sich stehen, die keine eigene Identität haben, werden leicht aggressiv, wenn man mit ihnen spricht. Sie fühlen sich schnell provoziert.
Hätten wir die Gruppen gleich alle in eine Hütte gesteckt, hätten die Juden, Christen und Muslime noch keine eigene Identität gehabt. Dialogfähigkeit funktioniert nur dann, wenn die eigene Identität klar umrissen ist. Und das war das Ziel: Jede religiöse Gruppe sollte ein gemeinsames Selbstbild finden.«
 

David (Jude)

»Am Abend des ersten Tages debattierten wir im jüdischen Haus über das Behandeln der Lebensmittel, da wir koscher essen wollten. Koscher (rein) bedeutet, dass Milchprodukte (z.B. Butter, Sahne) und Fleischprodukte getrennt werden müssen.
Denn in der Tora steht, dass das Zicklein nicht in der Milch der Mutter gekocht werden darf. Außerdem dürfen einige Tiere gar nicht verzehrt werden (z.B. Schwein, Krabben). Wir einigten uns darauf, dass wir nur Milchprodukte verzehren. Dann wurde die Küche ›gekoschert‹.«


Maria (Christin)
»An erster Stelle standen natürlich viele Diskussionen. Hierbei muss man erläutern, dass sich unsere Gruppe aus römisch-katholischen, evangelisch-lutherischen, evangelisch-reformierten, baptistischen und altkatholischen Teilnehmern aus ganz Deutschland zusammensetzte.
Dabei wurden überraschende Ergebnisse zutage gefördert: Nicht jeder vertraute den »offiziellen« Ansichten seiner Konfession. So weilte ein Lutheraner unter uns, der vehement für die Jungfräulichkeit Marias plädierte, jedoch auf eine Anti-Jungfrauen-Front im Rest der Gruppe traf.«

Dilek (Muslima)
»Für mich war es nicht leicht. Als einzige Frau unter den Muslimen musste ich mich immer wieder durchsetzen. Auch merkte ich schnell, dass wir unterschiedliche Meinungen über den Koran hatten.
Ich sehe den Koran als eine Quelle an, die aus wissenschaftlicher Perspektive von mehreren Gelehrten interpretiert werden sollte. Aus der heutigen Perspektive betrachtet, können meines Erachtens nicht mehr alle Sachen so gehandhabt werden wie früher.«

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