
Shirin Ebadi war von 1975–1979 Vorsitzende des Teheraner Gerichts und damit eine der ersten weiblichen Richter im Iran. Nach der Islamischen Revolution 1979 musste sie ihr Amt aufgeben und arbeitete als Anwältin und Dozentin an der Teheraner Universität. Sie gilt als Sprachrohr der iranischen Frauen, die 1997 den Wahlsieg des reformorientierten Präsidenten Mohammad Khatami herbeiführen halfen.
Sie ist vor allem als Anwältin bekannt, die Regimekritiker und Dissidenten verteidigt; dafür wurde sie zwischenzeitlich mit einem Berufsverbot belegt. Für ihren Einsatz für Menschenrechte und Demokratie wurde Shirin Ebadi 2003 als erste muslimische Frau mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die schiitische Muslimin setzt sich für eine Interpretation der islamischen Texte ein, die den Notwendigkeiten der Gesellschaft und der Zeitumstände entspricht. Sie will damit auch die muslimischen Frauen weltweit ermutigen, mehr Eigenständigkeit zu gewinnen und für ihre Rechte zu kämpfen.
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