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Gips-Schüle-Stiftung fördert Weltethos.

 
 
Küng fordert mehr Wertevermittlung an Schulen.
 
Der katholische Theologe Hans Küng hat die Schulen aufgerufen, fächerübergreifend »interkulturelle Wertevermittlung« zu betreiben. Es reiche nicht aus, eine »Kultur des guten Zusammenlebens« nur in Religion und Ethik zu vermitteln, sagte der Gründer der Stiftung Weltethos, der katholische Theologe Hans Küng, am Dienstag [19. April 2011] vor Journalisten in Stuttgart.
 

Multikulturelle gesellschaftliche Strukturen gebe es in Deutschland heute vom Kindergarten über die Grundschulen bis hin zu Hauptschulen, Gymnasien und Berufsschulen. »Erst ein Ethos macht die Menschen menschlich«, sagte Küng. Die Lehrer bräuchten bessere Instrumente, mit denen sie Unterricht über ethische Fragen gestalten könnten. Heute wüssten Pädagogen oft nicht, woran sie sich halten sollten.

 
Küng äußerte sich bei der Präsentation des Projekts »Interkulturelle Wertevermittlung in Schulen« seiner Stiftung. Damit sollen Jungen und Mädchen ethische Maßstäbe und gemeinsame Werte lernen. Das Vorhaben umfasst die Entwicklung und Verbreitung von Lehrmaterialien, die Förderung von Schulprojekten sowie die Weiterbildung von Lehrkräften. Die Angebote sollen zunächst flächendeckend im Regierungsbezirk Tübingen zur Verfügung stehen und dann auf ganz Baden-Württemberg ausgeweitet werden. Die Gips-Schüle-Stiftung, die nach eigenem Bekunden die Entwicklung neuer Lösungsansätze für die Gestaltung des gesellschaftlichen Zusammenlebens unterstützt, stellt für das Projekt 80.000 Euro zur Verfügung.

 
Die Stiftung Weltethos strebt einen Konsens der Religionen in Wertefragen an. Dahinter steht die Überzeugung, dass es keinen Frieden unter Staaten ohne Frieden unter den Religionen geben kann. Zentrale Aufgaben der 1995 in Tübingen gegründeten Stiftung sind Forschung, Bildungsarbeit und Veranstaltungen zum Thema Weltethos. Initiator des Projekts ist Küng. Er veröffentlichte 1990 sein Buch »Projekt Weltethos« und geht darin der Frage nach einer alle Menschen und Religionen verbindenden Wertehaltung nach. Er entwickelt in Anlehnung an die Philosophie Immanuel Kants seine Idee von verbindenden Werten, unverrückbaren Maßstäben und persönlichen Grundhaltungen. Ein zentraler Satz lautet: »Alle Religionen sollen alle Menschen dazu verpflichten, sich wahrhaft menschlich und nicht unmenschlich zu verhalten, Gutes zu tun und Böses zu lassen.«

Pressemeldung KNA (20. April 2011)



  

© Stiftung Weltethos Tübingen

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